Stadtteilrundgang im Vauban – Oder wie barrierefrei ist Vauban?

Bei strömendem Regen versammelten sich heute einige Unterstützerinnen und Unterstützer der Liste Teilhabe und Inklusion im Vauban, um den Stadtteil auf Barrierefreiheit zu testen.

Spitzenkandidat Ramon Kathrein hat mit der sehr interessierten Gruppe zuerst das GreenCity-Hotel besucht, welches als Inklusionsbetrieb konzipiert ist und als Vorzeigeprojekt für die gleichberechtigte Arbeit von Menschen mit und ohne Behinderung gilt. Hier arbeiten gleich mehrere schwerbehinderte Menschen gleichberechtigt im Betrieb mit. Auf dem ersten Arbeitsmarkt, mit Tariflohn. Sie sind somit in der Lage, ihr Leben eigenständig zu finanzieren und sind nicht auf Grundsicherung angewiesen, wie dies bei einer Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung der Fall wäre. Wir wünschen uns vielmehr solcher Positivbeispiele in Freiburg.

Dann ging es über die barrierefreien Gehwege und Straßen in Richtung Kinderabenteuerhof. Auch dieser ist vorbildlich gestaltet und bietet eine Menge inklusiver Spielmöglichkeiten. Leider war er heute geschlossen und konnte nicht von innen besichtigt werden. Auf dem Bild sieht man jedoch, in welch schlechtem Zustand der Dorfbachweg davor ist. Dessen Sanierung wird schon viele Jahre von den Bewohnenden des Stadtteils gefordert und von uns natürlich unterstützt.

Die Tour führte uns schließlich an der Vaubanaise vorbei, die seit ihrer Planung für große Kontroversen sorgte und zeitweise als Wohnprojekt für reiche Behinderte abgestempelt wurde. Diesem Urteil möchten wir aufs Heftigste widersprechen. Die Vaubanaise ist ein wundervoll inklusiv gestaltetes Wohnprojekt, in welchem sich Menschen unterschiedlichster Herkunft, mit und ohne Behinderung, zusammengetan haben, um ihren Traum vom individuell gestalteten und so selbständig wie möglich organisierten Leben zu erfüllen. Sie ist ein absolutes Vorzeigeprojekt für inklusives Wohnen in der Stadt. Wir wollen weg von Heimen für Menschen mit Behinderung, hin zu genau solchen oder ähnlichen Wohnprojekten.

Fazit: in Vauban existieren einige Leuchtturmprojekte, was sicherlich zu einem großen Teil dem Engagement der Bewohnenden zu verdanken ist. Der öffentliche Raum in Vauban ist insgesamt schon sehr barrierearm gestaltet, es gibt jedoch sehr viele Häuser, die noch keinen Aufzug besitzen oder nur über Stufen erreichbar sind, was natürlich für einen so neu geplanten und gebauten Stadtteil wiederum sehr schade ist. Dennoch, als Mensch mit Behinderung lässt es sich in Vauban sicherlich sehr gut leben.

Nächste Woche werden wir uns ansehen, wie barrierefrei und inklusiv Zähringen heute bereits ist und was sich Bewohnende für ihren Stadtteil wünschen.

05.05.2019, 14 Uhr, vor dem Edeka nähe Haltestelle Reutebachgasse.